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Am 16. Juli ehren wir in der Lit­ur­gie der Kir­che die Seli­ge Jung­frau Maria vom Ber­ge Kar­mel – unse­re Lie­be Frau vom Ska­pu­lier. Das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil rief die Gläu­bi­gen dazu auf, den Mari­en­kult eif­rig zu pfle­gen, ins­be­son­de­re in sei­ner lit­ur­gi­schen Form, und die tra­di­tio­nel­len Fröm­mig­keits­prak­ti­ken hoch­zu­schät­zen. Papst Paul VI. prä­zi­sier­te, dass unter die­sen über Jahr­hun­der­te emp­foh­le­nen geist­li­chen Übun­gen der Hei­li­ge Rosen­kranz und das kar­me­li­ti­sche Ska­pu­lier einen beson­de­ren Platz ein­neh­men. Bei­de For­men der Fröm­mig­keit wer­den als wirk­sa­me Werk­zeu­ge aner­kannt, die unter dem Schutz Sei­ner Mut­ter zu einer tie­fe­ren Ver­ei­ni­gung mit Chris­tus füh­ren.

Die Visio­nen von Fati­ma vom 13. Okto­ber 1917 bestä­tig­ten die Bedeu­tung der Mari­en­ver­eh­rung. Wäh­rend des „Son­nen­wun­ders“ sahen Schwes­ter Lucia sowie die Seli­gen Jac­in­ta und Fran­cis­co drei Bil­der, wel­che die Tei­le des Rosen­kran­zes sym­bo­li­sie­ren: die Hei­li­ge Fami­lie, die Schmer­zens­mut­ter und Unse­re Lie­be Frau vom Ber­ge Kar­mel mit dem Jesus­kind, das das Ska­pu­lier hält.

Schwes­ter Lucia erklär­te spä­ter, dass Maria als Unse­re Lie­be Frau vom Ska­pu­lier erschien, um zur Pra­xis bei­der Andachts­for­men zu ermu­ti­gen. Sie beton­te, dass der Rosen­kranz und das Ska­pu­lier die zwei wich­tigs­ten maria­ni­schen Sakra­men­ta­li­en sind, die in der heu­ti­gen Zeit eine beson­de­re Bedeu­tung für das Heil der See­len erlan­gen.

Die Ska­pu­lier­an­dacht ent­stammt der maria­ni­schen Spi­ri­tua­li­tät des Ordens der Brü­der der Seli­gen Jung­frau Maria vom Ber­ge Kar­mel, des­sen Mit­glie­der seit dem 12. Jahr­hun­dert Maria als Vor­bild für die Kon­tem­pla­ti­on des Wor­tes Got­tes erwähl­ten. Als die Kar­me­li­ten im 13. Jahr­hun­dert das Hei­li­ge Land ver­las­sen muss­ten, erschien Maria am 16. Juli 1251 dem hei­li­gen Simon Stock und über­reich­te ihm das Ska­pu­lier als Zei­chen ihres beson­de­ren Schut­zes und als Ver­hei­ßung für das Fort­be­stehen des Ordens.

Mit der Zeit wei­te­te sich die­se Andacht auf Lai­en, Köni­ge und Päps­te aus und wur­de zu einem uni­ver­sel­len Zei­chen der Hin­ga­be an die Mut­ter­got­tes. Eine gro­ße Ver­eh­re­rin des Ska­pu­liers, das als „Gewand der Aller­se­ligs­ten Jung­frau“ bezeich­net wird, war die hei­li­ge Tere­sa von Jesus sowie vie­le ande­re Hei­li­ge, dar­un­ter der hei­li­ge  Johan­nes Paul II.

Das kar­me­li­ti­sche Ska­pu­lier ist eine ver­ein­fach­te Form des Ordens­ge­wan­des, bestehend aus zwei brau­nen Stoff­stü­cken, die durch Bän­der mit­ein­an­der ver­bun­den sind. Der Teil, der auf den Rücken fällt, sym­bo­li­siert das gedul­di­ge Ertra­gen der Lebens­mü­hen gemäß dem Wil­len Got­tes, wäh­rend der Teil auf der Brust an die Pflicht zur Lie­be zu Gott und dem Nächs­ten erin­nert. Seit 1910 ist es zuläs­sig, das Stoff­ska­pu­lier durch eine Metall­me­dail­le zu erset­zen.

Die Annah­me des Ska­pu­liers glie­dert den Gläu­bi­gen in die kar­me­li­ti­sche Fami­lie ein und lässt ihn an deren geist­li­chen Gütern teil­ha­ben. Dies betrifft sowohl Ordens­leu­te als auch Lai­en, die sich durch die­ses Zei­chen ver­pflich­ten, dem maria­ni­schen Weg des Glau­bens und des Gebets zu fol­gen.

Die Annah­me des Ska­pu­liers ist ein äuße­res Zei­chen der Anver­trau­ung an Maria und der Unter­stel­lung unter den Man­tel ihres müt­ter­li­chen Schut­zes, was gewis­se Anfor­de­run­gen mit sich bringt. So wie Ordens­leu­te, indem sie posi­tiv auf das Geschenk der Beru­fung ant­wor­ten, Ordens­ge­lüb­de able­gen und sich zu einem Leben in Keusch­heit, Armut und Gehor­sam ver­pflich­ten, so ver­pflich­ten sich auch die Gläu­bi­gen, die das Ska­pu­lier emp­fan­gen, zu einem authen­ti­schen christ­li­chen Leben. Daher erin­nert das Tra­gen des Ska­pu­liers, das bestän­dig auf den Schul­tern der Mari­en­ver­eh­rer ruht, dar­an und ver­pflich­tet dazu, dass ihre maria­ni­sche Fröm­mig­keit sich nicht nur auf Gebe­te und Hul­di­gun­gen zu bestimm­ten Anläs­sen beschränkt, son­dern zu etwas Bestän­di­gem, einem „Habit“ (da das Ska­pu­lier ja ein Gewand ist) in ihrem Leben wird. Dies bedeu­tet eine dau­er­haf­te maria­ni­sche Aus­rich­tung ihres christ­li­chen Lebens, „gegrün­det auf Gebet und Innen­le­ben durch den häu­fi­gen Emp­fang der Sakra­men­te und durch kon­kre­te Wer­ke der Barm­her­zig­keit an Leib und See­le“ (Johan­nes Paul II., 25.03.2001).

Das Ska­pu­lier ist kein Amu­lett, das auf aber­gläu­bi­sche Wei­se vor Unglück schüt­zen oder die Tore des Him­mels öff­nen soll. Als mate­ri­el­ler Gegen­stand und Sakra­men­ta­le der Kir­che kann es dem Men­schen nicht aus sich her­aus das ewi­ge Heil schen­ken, aber es trägt dazu bei, Gna­de zu emp­fan­gen, und hilft, die ver­schie­de­nen Lebens­um­stän­de zu hei­li­gen (vgl. „Sacro­sanc­tum Con­ci­li­um“ 60–61).

Aus theo­lo­gi­scher Sicht ist die Ska­pu­lier­an­dacht im Kon­text der geist­li­chen Mut­ter­schaft Mari­ens gegen­über der Mensch­heit und ihrer all­ge­mei­nen Mitt­ler­schaft ange­sie­delt. Die mit dem hei­li­gen Ska­pu­lier ver­bun­de­nen Ver­hei­ßun­gen, die jenen, die es tra­gen, sehr teu­er sind, lau­ten wie folgt:

1) Wer dar­in stirbt, wird nicht ver­dammt wer­den; 

2) Wer es fromm trägt und sich bemüht, die Tugen­den der Aller­se­ligs­ten Jung­frau nach­zu­ah­men, sichert sich ihren Schutz in sei­nem Leben und beson­de­re Hil­fe in der Todes­stun­de; 

3) Gemäß dem Sab­bat­pri­vi­leg wird der­je­ni­ge, der das Ska­pu­lier trägt und die Keusch­heit ent­spre­chend sei­nem Lebens­stand bewahrt, am ers­ten Sams­tag nach dem Tod aus dem Fege­feu­er befreit ; 

4) Alle Trä­ger des kar­me­li­ti­schen Ska­pu­liers haben Anteil an den geist­li­chen Gütern des Ordens, d. h. an den hei­li­gen Mes­sen, Ver­diens­ten, Abtö­tun­gen, Fas­ten und ande­ren reli­giö­sen Prak­ti­ken, die beim Stre­ben nach evan­ge­li­scher Voll­kom­men­heit und Hei­li­gung hilf­reich sind.

Heut­zu­ta­ge erfah­ren gläu­bi­ge Ska­pu­lier­trä­ger wei­ter­hin zahl­rei­che Gna­den, die sowohl den geist­li­chen als auch den phy­si­schen Bereich umfas­sen. Maria gewährt ihren bestän­di­gen Schutz auf den Lebens­we­gen, was sich in wun­der­ba­ren Ret­tun­gen, wie­der­ge­won­ne­ner Gesund­heit, der Befrei­ung von Sucht oder dem Geschenk von Nach­kom­men äußert. Beson­ders bedeut­sam sind die geist­li­chen Früch­te wie Bekeh­run­gen, Frie­den in den Fami­li­en und Hil­fe beim Stre­ben nach Hei­lig­keit durch eine tie­fe Bin­dung an die Mut­ter­got­tes.