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Im Bis­tums­pro­zess „Glau­ben. Gemein­sam. Gestal­ten.” des Erz­bis­tums Pader­born sind nach einer ein­jäh­ri­gen Pha­se der Infor­ma­ti­on, Betei­li­gung, Bera­tung und Abwä­gung zen­tra­le Kon­kre­ti­sie­run­gen vor­ge­nom­men und beschlos­sen wor­den. Vie­le Men­schen aus Pas­to­ra­len Räu­men, Gre­mi­en und Ein­rich­tun­gen haben sich ein­ge­bracht — unter ande­rem in zwölf Regio­nal­kon­fe­ren­zen mit ca. 1.500 Teil­neh­mern, durch Voten loka­ler Gre­mi­en und durch Rück­mel­dun­gen aus der Pra­xis der Pas­to­ral vor Ort. Die­se Erfah­run­gen und Ein­schät­zun­gen sind in die Bera­tun­gen auf Bis­tums­ebe­ne ein­ge­flos­sen. Der Diö­ze­san­pas­to­ral­rat und die Erz­bi­schöf­li­che Lei­tungs­kon­fe­renz haben nun die nächs­ten Wei­chen­stel­lun­gen vor­ge­nom­men.

Damit steht fest: Das Erz­bis­tum Pader­born wird künf­tig in 21 Seel­sor­ge­räu­me

geglie­dert sein. Die meis­ten die­ser Seel­sor­ge­räu­me ori­en­tie­ren sich an den bis­he­ri­gen Deka­nats­gren­zen. In zwei Regio­nen gibt es abwei­chen­de Zuschnit­te:

Das Deka­nat Bie­le­feld wird in die Seel­sor­ge­räu­me Bie­le­feld und Lip­pe geteilt.

Das Deka­nat Hoch­sauer­land-Ost wird in die Seel­sor­ge­rau­me Big­ge-Ols­ber­g/­Me­de­bach-Hal­len­ber­g/­Win­ter­berg sowie Bri­lon-Mars­berg geteilt. Die kon­kre­ten Zuord­nun­gen wer­den in den ver­öf­fent­lich­ten Über­sich­ten dar­ge­stellt.

Unser Pas­to­ra­ler Raum gehört künf­tig zum Seel­sor­ge­raum Sie­gen. Dazu gehö­ren die Pas­to­ra­len Räu­me Sie­gen-Freu­den­berg, Süd­li­ches Sie­ger­land, Nörd­li­ches Sie­ger­land, Witt­gen­stein und der Pastoral­verbund Net­pher­land.

Seel­sor­ge­räu­me wer­den zum neu­en Kir­chen­jahr errich­tet

Die neu­en Seel­sor­ge­räu­me wer­den zum 1. Advent 2026 errich­tet. Damit beginnt eine Über­gangs­zeit, in der die neu­en Räu­me auf ihre pas­to­ral-inhalt­li­che Aus­ge­stal­tung vor­be­rei­tet wer­den. Wich­tig ist: Mit der Errich­tung der Seel­sor­ge­räu­me ist nicht auto­ma­tisch ent­schie­den, wel­che Got­tes­diens­te, Gebäu­de oder Ange­bo­te sich vor Ort ver­än­dern. Die­se Fra­gen wer­den in den kom­men­den Schrit­ten im Seel­sor­ge­raum und mit dem Start der jewei­li­gen Lei­tungs­tri­os bera­ten und gestal­tet.

Auch der Dienst der bis­he­ri­gen Pfar­rer, Pfarr­ad­mi­nis­tra­to­ren und Pfarr­be­auf­trag­ten sowie der Pas­to­ral­teams endet nicht direkt mit der Errich­tung der Seel­sor­ge­räu­me. Die Über­gangs­lei­tung wird in der Regel durch die Dechan­ten wahr­ge­nom­men. Ihre Auf­ga­be besteht vor allem dar­in, die neu­en Räu­me vor­zu­be­rei­ten, die Betei­lig­ten zusam­men­zu­füh­ren, Pro­zes­se zu ord­nen und die nächs­ten Schrit­te zu beglei­ten.

„Anker­zeit” star­tet

Zur Über­gangs­pha­se gehört auch eine geist­li­che Dimen­si­on. Von Advent 2026 bis Advent 2027 ist eine soge­nann­te „Anker­zeit” vor­ge­se­hen. In die­ser Zeit sol­len sich haupt- und ehren­amt­lich Enga­gier­te sowie wei­te­re Inter­es­sier­te in den neu­en Seel­sor­ge­räu­men bes­ser ken­nen­ler­nen, geist­li­che Ange­bo­te wahr­neh­men und über Glau­bens­er­fah­run­gen ins Gespräch kom­men. Die Anker­zeit soll hel­fen, die Ver­än­de­run­gen nicht nur orga­ni­sa­to­risch, son­dern auch geist­lich mit­zu­voll­zie­hen und sich zu ver­or­ten.

Denn mit der Neu­ord­nung soll im Erz­bis­tum Pader­born auch ein mis­sio­na­ri­scher Auf­bruch mög­lich wer­den. Es geht nicht nur dar­um, Struk­tu­ren an ver­än­der­te Rah­men­be­din­gun­gen anzu­pas­sen. Es geht dar­um, Kir­che stär­ker von ihrer Sen­dung her zu den­ken: Wie erreicht die Kir­che Men­schen heu­te? Wo brau­chen Men­schen Nähe, Trost, Ori­en­tie­rung, Gemein­schaft und Glau­bens­zeug­nis? Wie kann Kir­che auch künf­tig ansprech­bar und ver­läss­lich sein? In wel­chen Lebens­pha­sen las­sen sich Men­schen von der christ­li­chen Bot­schaft berüh­ren und wer sind wir als Kir­che von Chris­tus her?

Eine Pfar­rei pro Seel­sor­ge­raum

Per­spek­ti­visch soll ein Seel­sor­ge­raum in der Regel aus einer Pfar­rei bestehen.

Das hat vor allem recht­li­che und orga­ni­sa­to­ri­sche Grün­de: Wenn es inner­halb eines Seel­sor­ge­raums mög­lichst nur eine Pfar­rei gibt, wer­den Zustän­dig­kei­ten kla­rer, Ent­schei­dungs­we­ge ein­fa­cher und Ver­wal­tungs­struk­tu­ren schlan­ker. Der Weg dort­hin erfolgt schritt­wei­se; nicht alle Pfar­rei­en wer­den zu einem Stich­tag errich­tet. Ers­te Fusio­nen von Kir­chen­ge­mein­den sind ab 2028 vor­ge­se­hen.

Der Seel­sor­ge­raum ist die zen­tra­le Bezugs­grö­ße. Er beschreibt einen klar umris­se­nen Raum, in dem Pas­to­ral, Per­so­nal, Ver­wal­tung und Ver­ant­wor­tung neu geord­net wer­den. Seel­sor­ge soll wei­ter­hin mög­lichst nah bei mög­lichst vie­len Men­schen sein: in Gemein­den, Kirch­or­ten, Ein­rich­tun­gen, Grup­pen, Initia­ti­ven und an Orten, an denen Men­schen Glau­ben, Gemein­schaft, Hil­fe und Beglei­tung erfah­ren.

Dafür sol­len im Seel­sor­ge­raum loka­le Ver­ant­wor­tungs­struk­tu­ren aus­ge­baut wer­den — soge­nann­te Sub­struk­tu­ren. Dort wird das kirch­li­che Leben vor Ort wie bis­her vor allem ehren­amt­lich inhalt­lich und orga­ni­sa­to­risch ver­ant­wor­tet: zum Bei­spiel für Got­tes­diens­te, Grup­pen, sozia­le Ange­bo­te, Ein­rich­tun­gen, Gebäu­de oder kon­kre­te Auf­ga­ben am Ort.

Auch die Gre­mi­en­ar­beit wird sich wei­ter­ent­wi­ckeln. Der Kir­chen­vor­stand und der Rat der Pfar­rei wer­den künf­tig auf den gesam­ten Seel­sor­ge­raum bli­cken, etwa bei Fra­gen zu Gebäu­den, Finan­zen, Ver­wal­tung und pas­to­ra­len Rah­men­set­zun­gen. Zugleich soll Ver­ant­wor­tung vor Ort nicht ver­lo­ren gehen.

Was vor Ort ent­schie­den wer­den kann, soll auch wei­ter­hin vor Ort ent­schie­den wer­den. Zu spe­zi­fi­schen The­men und in den loka­len Sub­struk­tu­ren wie den Orts­ge­mein­den wer­den Enga­gier­te wie bis­her kon­kre­te Auf­ga­ben über­neh­men — mit mög­lichst gro­ßem Gestal­tungs­spiel­raum, Beauf­tra­gung und Bud­get für das kirch­li­che Leben vor Ort.

Lei­tungs­trio für jeden Seel­sor­ge­raum

Nach der Über­gangs­zeit soll die Lei­tung der Seel­sor­ge­räu­me koope­ra­tiv wahr­ge­nom­men wer­den: durch ein Lei­tungs­trio aus Pfar­rer, Pas­to­ra­ler Koor­di­na­ti­on und Ver­wal­tungs­lei­tung. Damit wer­den pas­to­ra­le, admi­nis­tra­ti­ve und koor­di­nie­ren­de Ver­ant­wor­tung enger mit­ein­an­der ver­bun­den. Die Lei­tungs­tri­os star­ten schritt­wei­se in Kohor­ten und wer­den in eine enge Zusam­men­ar­beit mit dem Rat der Pfar­rei und dem Kir­chen­vor­stand ein­stei­gen.

Das mul­ti­pro­fes­sio­nel­le Pas­to­ral­team wird per­spek­ti­visch auf Ebe­ne des Seel­sor­ge­raums bzw. der dann errich­te­ten Pfar­rei agie­ren. Das bedeu­tet:

Seel­sor­ge­rin­nen und Seel­sor­ger sowie wei­te­re pas­to­ra­le Mit­ar­bei­ten­de arbei­ten für den gesam­ten Seel­sor­ge­raum und zugleich stär­ker zu ver­ein­bar­ten the­ma­ti­schen Schwer­punk­ten. Dafür sol­len Orte und Ange­bo­te kla­rer pro­fi­liert wer­den und das Zusam­men­wir­ken von pas­to­ra­lem Per­so­nal und Enga­gier­ten (u.a. an den ver­läss­li­chen Orten) wei­ter abge­stimmt wer­den.

Vie­le „ver­läss­li­che Orte” und ein „Pas­to­ra­les Zen­trum”

Eine wich­ti­ge Rol­le spie­len dabei „ver­läss­li­che Orte”. Das kön­nen Kir­chen, Ein­rich­tun­gen, sozia­le Orte, Grup­pen, Ver­bän­de, Kitas, Schu­len oder ande­re kirch­li­che Orte sein. Sie kön­nen lokal oder the­ma­tisch geprägt sein und haupt­be­ruf­lich und/oder ehren­amt­lich getra­gen wer­den. An sol­chen Orten fin­den Men­schen dau­er­haft z.B. Ansprech­part­ne­rin­nen und Ansprech­part­ner, Beglei­tung, Got­tes­diens­te, Gemein­schaft oder Ange­bo­te zu wich­ti­gen Lebens­the­men.

In jedem Seel­sor­ge­raum wird es außer­dem ein „Pas­to­ra­les Zen­trum” geben.

Dort sol­len das Pas­to­ral­team und die Ver­wal­tung zukünf­tig ver­läss­lich erreich­bar sein; außer­dem sol­len dort zen­tra­le pas­to­ra­le Ange­bo­te, Eucha­ris­tie, Sakra­men­te und lit­ur­gi­sche Viel­falt gebün­delt wer­den.

Um das Enga­ge­ment vor Ort zu för­dern, sol­len in jedem Seel­sor­ge­raum Res­sour­cen für Enga­ge­ment­för­de­rung bereit­ge­stellt wer­den — etwa durch Inves­ti­tio­nen in Beglei­tung, Qua­li­fi­zie­rung, Fort­bil­dung und spi­ri­tu­el­le Star­kung.

Zudem wird pro Seel­sor­ge­raum eine hauptberufliche/ein haupt­be­ruf­li­cher Enga­ge­ment­för­de­rer zusätz­lich ein­ge­setzt wer­den.

Ver­wal­tung auf Bis­tums­ebe­ne wird neu geord­net Par­al­lel zur Pas­to­ral wird auch die Ver­wal­tung im Erz­bis­tum Pader­born neu geord­net. Die­ser Umbau folgt den Her­aus­for­de­run­gen der Pas­to­ral. Wenn Kir­che künf­tig in grö­ße­ren Seel­sor­ge­räu­men arbei­tet, wenn Auf­ga­ben kom­ple­xer wer­den und Ehren­amt­li­che vor Ort ent­las­tet wer­den sol­len, brauch­tes eine Bis­tums­ver­wal­tung, die pro­fes­sio­nell unter­stützt.

Des­halb wer­den Auf­ga­ben wie Fried­hofs­ver­wal­tung, Beschaf­fung, Immo­bi­li­en­ver­wal­tung, Lie­gen­schaf­ten und IT neu geord­net und gebün­delt. Ziel die­ser neu­en Bis­tums­ver­wal­tung ist es, Dop­pel­struk­tu­ren abzu­bau­en, Zustän­dig­kei­ten klar zu regeln und die Unter­stüt­zung für Kir­chen­ge­mein­den und Ein­rich­tun­gen ver­läss­li­cher zu machen sowie pro­fes­sio­nell zu erbrin­gen.

Für die Kitas im Erz­bis­tum Pader­born wird eine Kita-Hol­ding gegrün­det, unter der die drei Kita-gGmbHs zusam­men­ar­bei­ten.

Digi­ta­le „Aktu­el­le Stun­de” am 21. Mai the­ma­ti­siert Ver­än­de­run­gen                                                                                                                                                 Auch wenn die grund­le­gen­den Rah­men­set­zun­gen auf Bis­tums­ebe­ne erfolgt sind, ist damit nicht jede Detail­fra­ge beant­wor­tet. Vie­les wird vor Ort wei­ter zukla­ren und zu gestal­ten sein: Wel­che Prio­ri­tä­ten set­zen wir in der Seelsorge?Welche Schwer­punk­te ent­ste­hen? Wel­che Orte über­neh­men wel­che Aufgaben?Wie wer­den Enga­gier­te gut beglei­tet? Wie blei­ben Got­tes­diens­te, Sakra­men­te, Seel­sor­ge und Gemein­schaft erreich­bar? Wie wer­den Gebäu­de, Ein­rich­tun­gen und Ver­ant­wor­tung vor Ort sinn­voll orga­ni­siert?

Über die nächs­ten Schrit­te infor­miert das Erz­bis­tum unter ande­rem in einer»Aktuellen Stun­de der Gene­ral­vi­ka­re” am 21. Mai 2026 um 19.30 Uhr. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen, Hin­ter­grün­de und Ant­wor­ten auf häu­fi­ge Fra­gen gibt es unter:

https://bistumsprozess.de